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Family Business Survey 2016

Familienunternehmen: kurzfristige Planung greift zu kurz

 

Zum 12. Mal hat PwC Familienunternehmen in aller Welt nach  ihren Entwicklungsplänen gefragt und die Ergebnisse in einem „Global Family Business Survey“ zusammengefasst. Die sind zum Teil alarmierend.

 

2.800 Familienunternehmen aus 50 Ländern, 102 davon aus Deutschland: Das ist der Global Family Business Survey 2016 in Zahlen. So heterogen die Befragten auch sind, so gibt es doch einige Gemeinsamkeiten: Die meisten Unternehmen sind gut aufgestellt und blicken optimistisch in die Zukunft – verkennen dabei aber eine Gefahr: die der „missing middle“. Was das ist, erklärt Dr. Peter Bartels, PwC-Vorstandsmitglied und Leiter des Bereiches Familienunternehmen und Mittelstand. „Es gibt eine klare langfristige – auf den Unternehmenserhalt gerichtete – Perspektive und schlagkräftige kurzfristige Maßnahmen. Aber dazwischen fehlt häufig eine gut strukturierte mittelfristige Vorgehensweise, die Strategie und Umsetzung verbindet.“

Insbesondere deutsche Familienunternehmer denken in Generationen – und nicht in Quartalszahlen. Sie haben ein hohes Interesse daran, den eigenen Nachkommen einen gut aufgestellten Betrieb zu übergeben, wie der „Family Business Survey 2016“ untermauert: 87 Prozent der deutschen Befragten meinen, dass sie langfristiger denken und agieren als Publikumskonzerne. Angesichts dieser ausgeprägten Zukunftsorientierung verwundert es umso mehr, dass die Studie zugleich erhebliche Mängel bei der mittelfristigen Planung offenbart – vor allem hinsichtlich Nachfolge und Digitalisierung. Das sei riskant, warnt Peter Bartels:  „Planungs- und Strategiedefizite können das Wachstum mittelfristig hemmen und in letzter Konsequenz sogar den Fortbestand des Unternehmens gefährden.“.

Beispiel Nachfolge. Wie der „Family Business Survey“ zeigt hat lediglich ein Viertel der deutschen Familienunternehmen einen robusten Nachfolgeplan entwickelt, implementiert und kommuniziert. Damit ist die Quote sogar leicht rückläufig, vor zwei Jahren lag sie noch bei 28 Prozent.

Beispiel Digitalisierung. Zwar haben 64 Prozent der befragten Unternehmen eine Digitalisierungsstrategie und 70 Prozent besprechen das Thema auf Vorstandsebene. Erstaunlich ist jedoch, dass gerade mal zwölf Prozent der deutschen Familienunternehmen ihr Geschäftsmodell für angreifbar halten. Insgesamt lassen die Studienergebnisse den Rückschluss zu, dass vielen Familienunternehmen noch nicht bewusst ist, in welchem Ausmaß die Digitalisierung Märkte und Branchen verändert. „Digitalisierung und neue Technologien“ liegen hierzulande nur auf Platz Vier der Top-Herausforderungen in den nächsten fünf Jahren – hinter dem Fachkräftemangel, der Innovationskraft und dem Wettbewerb. „Die Zahlen zeigen, dass viele Verantwortliche die disruptive Wirkung der Digitalisierung unterschätzen“, sagt Dr. Dominik von Au, PwC-Partner und Geschäftsführer der INTES-Akademie für Familienunternehmen.

Kurz: Es klafft eine gefährliche Lücke zwischen Anspruch und Realität. Zwar sind Familienunternehmen gut darin, kurzfristige Herausforderungen zu adressieren und verfügen über eine klare Langfristperspektive. Doch es fehlt der strategische Unterbau. Um die Lücke zu schließen, müssen Unternehmer mittelfristige Risiken adressieren – und zwar mit ausgereiften Strategien und Konzepten.

 

Zu den deutschen Ergebnissen des Family Business Survey 2016

Zum Global Family Business Survey 2016

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